Das „Zwergenhaus“ inspiriert von der Philosophie der Reggio Pädagogik
Reggio-Pädagogik ist eine Erziehungsphilosophie, die sich sehr gut ergänzt mit der Kneipp‘schen Gesundheitslehre sowie der Pädagogik von Krippenkindern nach dem Konzept von Emmi Pikler.
Loris Malaguzzi war der Begründer der Erziehungsphilosophie in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia.
Was bedeutet denn überhaupt Reggio-Pädagogik?
(nach Dialog Reggio e.V.)
1. Das Kind
verstehen als Konstrukteur seiner individuellen Wirklichkeit und Entwicklung. Kinder bilden sich im sozialen Kontext selbst. Sie sind von Anfang an in der Lage sich mit ihrer sozialen Umwelt auszutauschen und sie machen sich von Geburt an durch sinnliche Erfahrungen ein eigenes Bild von der Welt.
2. Kinder als Ko-Konstrukteure:
Einen Teil ihres Wissens erwerben Kinder in der Gemeinschaft anderer Kinder. Für den Aufbau von Beziehungen sind Altersstruktur und Gruppengröße wichtige Komponenten. Kinder brauchen Unterstützung für die Bildung kleiner Gruppen und die Möglichkeit, sowohl Beziehungen mit Gleichaltrigen einzugehen als auch Kontakt zu Kindern auf anderen Entwicklungsstufen zu pflegen.
3. "Das Kind hat hundert Sprachen":
Die verschiedenen Möglichkeiten der Sinneserfassung bilden die Grundlage für die vielen Sprachen der Kinder. Damit ihre Sinneserfahrungen zu einer Sprache werden können, brauchen Kinder Materialien, Werkzeuge, Rollen- und darstellendes Spiel, Musik, bildende Kunst und auch symbolische Strukturen, um möglichst viele Formen der Wirklichkeitsaneignung zu erfahren, auszuprobieren und um persönliche Ausdrucksformen zu entwickeln.
4. Lernen in Projekten:
Die thematischen Projekte entstehen aus Beobachtungen, Erlebnissen, Gesprächen und Impulsen der Kinder wie der Erwachsenen. Sie wachsen als Projekte, wenn im Prozess der kindlichen Aktivität die Fragen der Kinder Zeit, Raum und Material erhalten. Den Erwachsenen kommt die Rolle des dialogischen Begleitens zu, dazu gehört das Beobachten, Dokumentieren und Impulsgeben als Herausforderung und Zumutung von Themen.
5. Dokumentation:
Die Dokumentation dient der Ideensammlung und als kollektives Gedächtnis. Dokumentation ist eine Weise des professionellen Handelns sowie eine Möglichkeit zur Selbst-Evaluation. Dokumentation ist die Grundlage einer Pädagogik des Zuhörens und der Partizipation der Kinder. Sie macht Lernen sichtbar. Sie ist die Basis zur Rekonstruktion von Bildungsprozessen.
6. Das Selbstverständnis der Erzieher/innen und die Bedeutung des Teams:
Die Anerkennung der Selbstständigkeit ist die Grundlage des pädagogischen Handelns. Prozesse der Verständigung zwischen Kindern und Erzieher/innen stellen sicher, dass die Erwachsenen wahrnehmen und berücksichtigen, was Kinder in ihre Bildungsphase einbringen. Wahrnehmendes, entdeckendes Beobachten bildet einen wesentlichen Teil des professionellen Handelns. Erzieher/innen sind kompetente Partner/innen in kindlichen Forschungsprozessen. Die Mitarbeiter/innen arbeiten miteinander, reflektieren ihre Arbeit sowohl im Team als auch mit den anderen Einrichtungen.
7. Der Raum als "dritter Erzieher":
Räume wirken als reichhaltige, vorbereitete Umgebung, die den Kindern sowohl Anregung und Herausforderung bieten, als auch Geborgenheit und Rückzugsmöglichkeiten. Sie können als Gruppenräume strukturiert sein, wie auch als Funktionsräume, z.B. Räume für: Kunst und Musik, Bewegung, Entspannung etc.. Einrichtung und Material haben durch die Präsentation Aufforderungscharakter, bieten ordnende Orientierung, ermöglichen unterschiedliche Perspektiven, fordern verschiedene Wahrnehmung heraus und laden zum forschenden Lernen ein.
8. Lebensgemeinschaft auf Zeit mit den Eltern:
Sie sind die Dialog- und Erziehungspartner des Teams. Die Lebenslage der Familie sowie ihre Kompetenzen sind wichtige Bezugspunkte des pädagogischen Handelns. Die Bildungsprozesse der Kinder werden durch Dokumentation sichtbar gemacht. Eltern werden so an den Denk- und Handlungsprozessen der Kinder beteiligt.
9. Gemeinwesenorientierung:
Die KiTa ist Bestandteil des öffentlichen Lebens und kooperiert mit anderen Institutionen.
10. Die Rechte der Kinder:
Jungen und Mädchen gestalten den Alltag mit. Interkulturelle Kompetenzen aller Kinder werden gefördert und Kinder mit besonderen Bedürfnissen berücksichtigt.
11. Konzeptionelle Weiterentwicklung:
Die Kindertageseinrichtung ist eine ständig im Wandel befindliche lernende Organisation. In diesem Zusammenhang überprüft das Team in regelmäßigen Abständen seine Praxis und nimmt im Hinblick auf die Umsetzung der genannten Punkte notwendige Veränderungen vor.
